Moria
Empörender Auftritt von Bildzeitungs-Redakteur
Der Flüchtlingshelfer Thomas Osten Sacken berichtet an "Rote Fahne News" über einen ampörenden Auftritt eines Bildzeitungs-Redakteurs im abgebrannten Lager Moria auf Lesbos, mit dem er die Menschen dort zusätzlich gefährdete.
In seinem Bericht schreibt er: "Der Herr, der für die Bildzeitung hier ist, kontaktierte mich gestern und fragte, ob wir uns treffen könnten. Ich sagte klar, sicher habe er einen Corona-Test. Nein, schrieb er, bräuchte man den?
Das schrieb ich ihm darauf auf Messenger: "Ihr denkt alle, ihr könnt jetzt kommen und uns diesen Scheiß auch noch bringen. danke. Dann sehen wir uns in zwei Wochen, denn dann machst du hier Quarantäne, oder ich veröffentliche, wie die Bild auf unsere Gesundheit scheisst."
Der Mann von Bild hielt es noch nicht mal für nötig, auf Lesbos den Test zu machen und zwei Tage auf das Resultat zu warten. Ihm war es wichtiger, noch ein Selfie aus Moria zu posten.
Die Bildzeitung habe ihn kurzfristig geschickt.
Thomas schrieb ihm: "Eben. geschickt. Ohne auch nur einmal an die Konsequenzen zu denken. Du bist da nicht der einzige. (...) Du hast bis eben keine Sekunde dran gedacht, was jeder, der herkommt, für ein Risiko ist. Und da bist du in guter Gesellschaft."
Die Flüchtlinge bitten ausdrücklich um Rücksichtsnahme: https://web.facebook.com/watch/?t=0&v=751175195735382
Wer sich so aufführt wie der Mann von der Bildzeitung, gestaltet seine Berichterstattung entsprechend. Nicht umsonst kritisiert Solidarität International: "Wir protestieren gegen die Berichterstattung über die angeblichen Meinungen 'der' Bevölkerung von Lesbos, die ihnen allgemein Rassismus unterstellt. Ihre Angst und Unsicherheit, wie es auf der Insel weiter geht, ist berechtigt. Richtig ist, dass sich viele Bewohner von Lesbos gegen das Camp richten, auch sie sind für die Auflösung des Camps!"