Bundesweite Montagsdemo

Bundesweite Montagsdemo

Am 14. September: Protest gegen menschenverachtende Flüchtlingspolitik!

Moria brennt! Sofortige Evakuierung des Camps! Schluss mit der menschenverachtenden Flüchtlingspolitik der EU!

Aufruf der Koordinierungsgruppe
Am 14. September: Protest gegen menschenverachtende Flüchtlingspolitik!
Jetzt leben die Flüchtlinge auf der Straße - hier werden sie mit Wasser versorgt (Foto: Selbstorganisation OXI)

Die Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo ruft gemeinsam mit Solidarität International e.V. und dem Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI dazu auf, bei den kommenden Montagsdemonstrationen am 14. September den Protest gegen die menschenverachtende Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der EU und das Organisieren der Solidarität mit den Menschen von Moria zum Thema zu machen.

 

Der Großbrand in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vernichtete fast vollständig das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Über 12.000 Menschen sind jetzt ohne Nahrung und Obdach! Im Flüchtlingslager Moria herrschten seit langer Zeit unhaltbare Zustände. Das Lager war ursprünglich nur für rund 2.500 Menschen konzipiert und mit über 12.000 Personen, darunter viele Frauen und Kinder, total überbelegt. Hinzu kamen katastrophale hygienische Zustände, es fehlte an Wasch- und Duschmöglichkeiten, außerdem gab es erheblich zu wenige Toiletten. Die Menschen waren auf engem Raum eingesperrt. Da hatte Corona leichtes Spiel.

 

Gegen diese unmenschlichen Zustände gab es einen berechtigten Aufstand der Flüchtlinge im Lager. Die Lage eskalierte, u.a. weil mit Corona infizierte Menschen in eine Isolierstation eingesperrt wurden, anstatt sie in Krankenhäuser zu bringen. ...

 

Es ist empörend, dass die Mehrheit der obdachlosen Flüchtlinge offensichtlich in zwei Militärlager auf das Festland gebracht werden sollen. ... An dieser Brandkatastrophe in Moria beweist sich die menschenverachtende Flüchtlingspolitik der gesamten EU mit der Abwehr der Flüchtlingsströme. Deutschland – das größte und reichste Land der EU - hatte nur einen Bruchteil der Bewohner von Moria aufgenommen (Schwerkranke und Frauen und Kinder), obwohl es keine Schwierigkeit gewesen wäre, alle Flüchtlinge aufzunehmen. Mehrere Gemeinden und Städte in Deutschland wollten einen EU-Beschluss für die Aufnahme von Flüchtlingen (der ohnehin sehr fraglich ist) nicht abwarten und boten die Aufnahme einer bestimmten Anzahl von Flüchtlingen an. Doch Innenminister Horst Seehofer verbot die Aufnahme mit der Begründung, Deutschland solle keinen „Alleingang“ machen. Was ist das für eine Denkweise, lieber gar nichts tun als den ersten Schritt zu tun?

 

Der Aufruf in voller Länge und mit den bisher bekannten am 14. September stattfindenden Montagsdemonstrationen steht auf der Webseite der Bundesweiten Montagsdemo zur Verfügung