Jugend
Fridays for Future: Nicht nur freitags: Rebellion für die Zukunft!
MLPD und Jugendverband REBELL veröffentlichen heute den Text eines Flugblatts, das morgen, 28. März, auf "Rote Fahne News" gestaltet zur Verfügung gestellt wird, damit es zu und bei den Fridays-for-Future-Protesten breit eingesetzt werden kann.
Dramatische Bilder aus Südostafrika: Der Zyklon Idai hat 600.000 Menschen das Zuhause genommen, es gibt fast tausend Tote. Wir befinden uns schon im Übergang in eine globale Umweltkatastrophe - die Rettung der Umwelt drängt!
Seit 15 Wochen demonstrieren junge Umweltkämpferinnen und Umweltkämpfer in der „Fridays for Future“-Bewegung (FFF). Am weltweiten Aktionstag am 15. März beteiligten sich 1,5 Millionen Schüler, in Deutschland 300.000 in 250 Städten. Trotz Drohungen von Schulministern vertreten die jungen Aktivisten selbstbewusst: „Wir entschuldigen uns nicht dafür, dass wir für die Rettung der Erde kämpfen!“
Rebellion gegen Regierung und Konzerne!
Ihre Beharrlichkeit, Kreativität und der rebellische Kampfgeist finden große Unterstützung. Eltern, Wissenschaftler und Lehrer solidarisieren sich. Ganz anders Kanzlerin Merkel. Mitte Februar konnte sie sich nicht vorstellen, dass „Kinder“ selbst auf den Protest gekommen seien, da müsse eine „hybride Kriegsführung Russlands“ dahinterstecken. So wenig traut sie der Jugend zu!
Tausendfach kritisieren Schüler die Politiker der Regierung und der bürgerlichen Parteien, die seit Jahren vom Klimaschutz reden, aber das Gegenteil tun. Am 25. Januar kriegt Wirtschaftsminister Altmaier auf der Berliner Demonstration volle Breitseite und muss sprachlos abziehen. Vielerorts wird gefordert: „Klima schützen heißt Kapitalismus überwinden!“
Die Regierung bekam es mit der Angst zu tun – und schaltete auf eine andere Taktik um. Sie versucht, die FFF-Bewegung für ihre Regierungspolitik zu vereinnahmen. Am 2. März findet Kanzlerin Merkel die Proteste plötzlich „sehr gut“, denn, so sagt sie: „Wir können unsere Klimaschutzziele nur erreichen, wenn wir Rückhalt in der Gesellschaft haben.“ Hallo?!
Frau Merkel ist verantwortlich für die Klimapolitik der Regierung, das heißt: Beibehaltung der Kohleverbrennung bis 2038, „best friends“ mit Umweltverbrecher-Konzernen wie VW, Polizeigewalt gegen Hambacher-Wald-Schützer. Frau Merkel, für diese Umweltpolitik und ihre Rechtsentwicklung hat Ihre Regierung eben KEINEN Rückhalt von uns! Wir stehen gegen eine Politik, die den Umweltschutz für die Gewinn-/Profitinteressen der großen Konzerne opfert.
Ein Richtungskampf in der Fridays-for-Future-Bewegung
Seit Merkels Statement gibt es plötzlich politische Kräfte, die bundesweit im gleichen Wortlaut fordern: Bei FFF darf es keine Kapitalismuskritik geben und entsprechend keine MLPD, keinen Jugendverband REBELL. Plötzlich solle man sich, so Vertreter des bundesweiten Orga-Kreises, auf die Unterstützung des Pariser Klimaabkommens beschränken.
Das Pariser Abkommen enthält jedoch nur „freiwillige Selbstverpflichtungen“, die Staat und Konzerne nicht einhalten. Es preist ausdrücklich Atomkraft und Fracking an. Abgeschlossen wurde es von den Staatschefs, die seit Jahren umweltschädliche Politik betreiben!
FFF darf kein Anhängsel oder “kritischer“ Unterstützer der Regierungen werden, sondern muss seine politische Selbständigkeit bewahren. Berechtigt sagte Greta Thunberg: „Wenn Lösungen innerhalb dieses Systems so unmöglich sind, dann sollten wir vielleicht das System selbst verändern.“ Kritik am kapitalistischen System gehört zwingend zu einer kämpferischen Umweltbewegung.
Wie kann es sein, dass die Verantwortlichen des Abgasbetrugs in den Chefetagen von der Regierung geschützt, nicht zur Rechenschaft gezogen werden? Während gleichzeitig protestierende Schüler mit Strafen rechnen müssen! Für Konzerne wie VW, RWE, Daimler, Bayer, usw. ist es das Wichtigste, im Konkurrenzkampf den größtmöglichen Profit zu machen. Dafür beuten sie die Arbeiter und Natur gnadenlos aus, produzieren Umweltzerstörung, Kriege, Armut und millionenfache Flucht. Das hat System.
MLPD und REBELL sind die konsequentesten Kapitalismuskritiker. Wir treten dafür ein, dass er revolutionär überwunden und der echte Sozialismus erkämpft wird.
Knallhart gegen den Kapitalismus statt knallhart gegen Kapitalismuskritiker
In mindestens 20 Städten wurde von einem kleinen Kreis versucht, den Jugendverband REBELL und die MLPD aus der Bewegung zu säubern. In Hagen, Bochum und anderen Städten holten selbsternannte Führer sogar die Polizei gegen FFF-Aktivisten des REBELL! Dabei demonstrierten letztes Jahr Zigtausende gegen die verschärften Polizeigesetze.
In Hagen ging das z. B. von einem Mitglied der Jung-Liberalen aus, in anderen Städten von Funktionären der Grünen oder Campact. In Gelsenkirchen hetzte ein ehemaliger NPD-Funktionär ungestört in einer FFF-Whatsapp-Gruppe gegen die MLPD. Das ist absolut undemokratisch; eine solche Spaltung kann die FFF-Bewegung nicht brauchen. Zu einer Protestbewegung gehört eine solidarische Streitkultur und gegenseitige Offenheit. Niemand hat das Recht, antikommunistische, parteipolitische Spaltung in die Bewegung zu tragen und dafür Funktionen zu missbrauchen!
Die Zehntausenden Demonstranten haben kein Interesse an einer solchen Spaltung. Große Offenheit, Solidarität, Diskussionsfreude prägen das Bild. Die Bewegung braucht eine überparteiliche, demokratische, gleichberechtigte, antifaschistische, solidarische, kämpferische Kultur, muss weltanschaulich offen sein - das ist das Erfolgsrezept jeder fortschrittlichen Bewegung. Auf Grundlage dieser Überzeugung arbeiten Mitglieder von MLPD und REBELL aktiv bei den Demos mit, bringen ihr Know-how ein, haben gute Argumente, eine anziehende Demokultur.
Organisiert Euch!
Fridays for Future – das ist Teil der Rebellion der Jugend für eine lebenswerte Zukunft. Das ist gut – das reicht aber für die Erreichung ihrer Ziele noch nicht aus. Wir brauchen einen internationalen aktiven Widerstand der rebellierenden Jugend, der Arbeiter- und Umweltbewegung. Es braucht mehr, als sich bloß lose zu vernetzen.
Die Umweltkämpfer haben starke und hochorganisierte Gegner in Staat und Monopolen. Wir müssen stärker sein. Nicht nur freitags: Rebellion ist gerechtfertigt! Sich für einen gesellschaftsverändernden Umweltkampf zu organisieren, dafür sind der Jugendverband REBELL und die MLPD der richtige Platz. Jeder ist herzlich eingeladen, hier mitzuwirken und sich einzubringen.